Symposium

SYMPOSIUM am Rande digitaler Flüchtigkeiten

Donnerstag, 28. März, 14:00 Uhr
splace am hauptplatz, Hauptplatz 6, Linz

Mit Helena Schmidt (Hochschule der Künste Bern), Vincenzo Estremo (Nuova Accademia di Belle Arti, Milano), Künstlerinnenkollektiv Hybris (Wien, München, London), Moritz Pisk (Moderation)

Das LINZ FMR 19 Symposium widmet sich der digitalen Vergänglichkeit. Daten aller Art zirkulieren in Hochgeschwindigkeit, Files rasen umher und sind permanent verfügbar – online ist immer alles jetzt, alles scheint jederzeit greifbar und gegenwärtig zu sein.

Doch der Rausch der rasenden Verfügbarkeit lässt zugleich auch das Ephemere, das Flüchtige in neuem Licht in den Vordergrund treten und immer präsenter werden. Soziale Netzwerke, Datensammlungen oder ganze Informationsketten können, zumindest oberflächlich, so schnell verpuffen und verschwinden wie sie aufgekommen sind. Gefühlte Kontinuität trifft auf unscharfe Kurzlebigkeit, digitale Zeitstrukturen ticken oftmals anders.

Künstlerisch-wissenschaftliche Inputs, ein gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung und ein Open Round Table verfolgen die Strukturen des Verschwindens und tasten sich aufmerksam entlang ihrer künstlerischen und politischen Relevanz.

Die Teilnahme am Symposium sowie an der inkludierten Spezialtour ist kostenlos. Der Open Round Table versteht sich als breite Diskussionsplattform, die einen diskursiven Austausch zwischen allen Teilnehmer_innen und Besucher_innen des Symposiums ermöglicht. Zusätzlich besteht die Möglichkeit spontane Diskussionsbeiträge, die auch künstlerische Micro-Inputs sein können, unterstützt von Projektion oder Audioeinspielung, einzubringen.

Nähere Informationen und Anmeldung bitte unter: office@linzfmr.at

Ablauf:
14:00 Uhr – Eröffnung, Inputs, Statements
15:30 Uhr – Spezialführung durch die Ausstellung
17:00 Uhr – Open Round Table, Drinks, Open End

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Nach einem Studium der Kunstvermittlung, Kunstgeschichte und Visuellen Kommunikation in Bern, Wien und Graz promoviert Helena Schmidt aktuell zum Bildbegriff sogenannter «poor images» (nach Hito Steyerl) an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Sie lebt derzeit in Zürich und arbeitet seit 2015 im Rahmen ihrer Assistenz im Master Art Education an der Hochschule der Künste Bern. Außerdem ist sie als Lehrperson (Talentförderung Gymnasium Hofwil und HKB), als freie Grafikerin und in diversen Kulturvermittlungs- und Ausstellungsprojekten (Schilcher Slam, Vitamins of Society, HKB SCHAUFENSTER, HKB Cabane B) tätig.

Vincenzo Estremo promovierte in Audiovisuellen Studien: Kino, Musik und Kommunikation an der Udine University und der Kunstuniversität Linz. Vincenzo hat Kunstgeschichte an der Universität “Carlo Bò” Urbino studiert. Er war Mitarbeiter eines Auktionshauses und arbeitete für verschiedene Kunstinstitutionen in Italien und Europa (Vessel; Neon; Van Abbemuseum; Atelierhaus Salzamt Linz; Museo Do Chiado; etc). Er ist derzeit Dozent für NABA (Nuova Accademia Belle Arti Milano), freier Kurator und Kunstschriftsteller. Vor kurzem hat er (zusammen mit Francesco Federici) das Buch Albert Serra. Cinema Arte e Performance (2018) und (zusammen mit Alessandro Bordina und Francesco Federici) den Band Extended Temporalities. Transient Visions in the Museum and in Art (2016) herausgegeben. Seine peer-reviewed Essays wurden von Cinergie, Ekphrasis Journal, Imago und Scenari veröffentlicht, weitere Schriften erschienen in Arte e Critica, Mousse Magazine, Juliet und in Künstlerbüchern und Museumskatalogen. Zusammen mit Simone Dotto und Francesco Federici gibt er die Buchreihe “Cinema and Contemporary Art” für Mimesis International, Mailand heraus. Er ist Chefredakteur des Droste Effect Magazine und wurde 2009 als junger Autor ausgezeichnet.

Hybris ist ein Kunstkollektiv, das 2016 von Natalia Jobe, Theresa Hoffmann und Felizitas Hoffmann gegründet wurde. Es entstand aus ihrer Leidenschaft gegen die beunruhigend narzisstische Repräsentation von Kunst, die gerade in den sozialen Medien zunehmend verstetigt zu werden scheint. Jobe, Hoffmann und Hoffmann nähern sich dazu aus jeweils unterschiedlichen künstlerischen Hintergründen, aber mit einem gemeinsamen Ziel: die Kunstwelt mit einer einzigartigen satirischen Sichtweise auf ihren Wandel neu zu beleben: „Watch out for Hybris because they are about to defy the norm.“ instagram.com/hybris0815